Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest …

Heute Morgen habe ich beim Joggen ein Radio-Feature auf WDR 5 gehört, bei dem Menschen aus unterschiedlichen Lebensperspektiven nach ihrer Bereitschaft zum Zurückdrehen der Zeit gefragt wurden:

 

"Was wäre, wenn du die Zeit um 20, 30, 40 Jahre zurückdrehen könntest?"


Beim ersten Gedanken an dieses Szenario klappt vor meinem geistigen Auge eine umfangreiche Bedienungs-Konsole auf, wie in einem Raumschiff mit hunderten von Knöpfen & bunt beleuchteten Reglern.

 

Reise ich mit oder ohne meine gesamten Erinnerungen und Erfahrungen in die Vergangenheit? Treffe ich dort in meinem früheren oder meinem natürlich gealterten Körper dort ein, habe ich die Zeit zurückgedreht wie in H. G. Wells' Zeitmaschine oder zusätzliche Lebenszeit gewonnen?

Und – auch eine wichtige Komponente – was ist mit dem moralischen Aspekt? Ich möchte nämlich gar nicht, dass sich das Universum vor mir verbiegen muss.

 

Now we start talking.

 

Die Möglichkeit in Aussicht zu haben, vergangene Fehler entweder zu vermeiden oder überhaupt erstmal zu machen, ist natürlich verlockend.

Es mag sonderbar erscheinen, aber es gibt durchaus einige Fehler, die ich in der Vergangenheit gerne (auch noch) gemacht hätte. Und für die man einfach jung sein muss, um sie zu begehen.

Nehmen wir also an, die Existenz meiner Töchter wäre nicht gefährdet und ein Zurückspringen zu einem früheren Zeitpunkt gefahrlos möglich, ohne die im vorherigen Leben gewonnenen Erfahrungen zu verlieren. Würde ich es tun?

 

Meine spontane Antwort lautet: ja!

 

Noch mal 25 sein und mit wachen Augen zusehen, wie das Internet auf klobigen Monitoren die ersten Gehversuche macht. Dann vielleicht einen kleinen Buchversand eröffnen oder Herrn Zuckerberg zuvorkommen.


Die Parallele zu Online-Kursen liegt nah:


… auch, wenn ich meine Online-Kurs-Academy ohne die letzten 30 Jahre gar nicht herstellen könnte, so fühle ich mich doch gelegentlich wie auf dem Weg zu meinem Claim im Klondike – von dem ich hoffe, dass dort lohnendes Tagwerk und ein gutes Leben auf mich warten.

Doch es kommt auf die Spielregeln an, denn Pioniergeist entspringt immer dem Ungewissen.


Jugend allein bringt nichts, wenn ein reifer Geist mit alten Glaubenssätzen bremst. Und umgekehrt hat es sicher keinen Sinn, ohne gelebte Erfahrung wieder von vorne anzufangen, weil das Ergebnis dann mutmaßlich dasselbe ist.

An manchen Stellen mögen Weggabelungen aus Zufall oder Glück die Richtung weisen, die eigene Wesensart jedoch wird die Oberhand gewinnen, so dass sich das Meiste wahrscheinlich einfach wiederholen wird.

Ich nehme für mich mit, dass jede Zeit zum Aufbruch taugt, solange ich bereit bin, im heutigen Tun den richtigen Pioniergeist aufzubringen – in diesem Fall ist alles möglich!

 

Gib' alles –

 

Die WDR Sendung "Zurück ins Jahr 2010 – mit dem Wissen von heute?" aus der Reihe 'WDR 5 – Neugier genügt - das Feature' vom 02. OKT 2020 kannst du dir in der Mediathek BIS OKT 2021 ANHÖREN

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