Verfasse dein persönliches Manifest

Der Begriff ‚Manifest‘ geht aus dem lateinischen ‚manifestus‘ hevor. Da bedeutet es, etwas ‚handfest‘ oder ‚handgreiflich’ zu machen‘ oder auch ‚zu offenbaren‘ – und zielt darauf, die den eigenen Taten zugrunde liegenden Ziele und Absichten öffentlich zu erklären.

Der Literaturwissenschaftler Puchner bringt es auf einen weiteren Punkt: ein Manifest sei 'ein Akt, der das Ziel habe, die Welt zu verändern'.

Das ist der Stoff, aus dem Helden sind.


Das Prinzip ist denkbar einfach: ein Manifest ist EIN GRUNDSATZPAPIER, in dem du deine innerste Überzeugung kraftvoll und unbeugsam zum Ausdruck bringst, um diese zur höchsten Entfaltung zu führen.


Somit dient das Manifest dir und allen, die von deinem Tun erfahren sollen, als weithin SICHTBARER LEITSTRAHL. Mit diesem Leitstrahl kannst du zum einen die Richtung anzeigen, in die dein Weg führt und zum anderen jederzeit den Weg bemessen, den du gekommen bist.


Solltest Du je vom Weg abkommen oder durch unerwartete Ereignisse abschweifen, so wird dich das Manifest wieder in die richtige Richtung bringen.


Dein einzigartiges Manifest kann von niemand anderem als dir selber geschrieben werden, es gibt deinen inneren Überzeugungen, Werten, Vorhaben, Wünschen und Gedanken eine greifbare Form – gewissermaßen als EXTRAKT DEINER LEBENSERFAHRUNG.

Möglicherweise fragst du dich nun, warum du dir die Mühe machen solltest, deine innersten Überzeugungen aufzuschreiben – und wie sieht dir bei der täglichen Arbeit helfen sollen? Sieh es mal so:

 

Dein Manifest hilft dir und allen, die mit dir umgehen, zu erkennen, wofür du stehst.

Mit einem eigenen Manifest wird dir der Sinn in deinem täglichen Tun greifbar vor Augen geführt, du wirst klarer kommunizieren, Entscheidungen leichter treffen, zielstrebiger die richtigen Schritte gehen und durch die freie Sicht ganz einfach MEHR FREUDE an allem haben, auch wenn Dinge mal nicht so laufen, wie du es erhofft oder geplant hast.

Dein persönliches Manifest mag auf einem einzelnen Blatt Papier stehen oder ausreichen, um ein verlagsreifes Buch zu füllen – wichtiger als der Umfang ist DIE KRAFT DEINER BOTSCHAFT.

Das einfache Statement "Jeder kann kochen!" beispielsweise ließ im Pixar-Trickfilm 'RATATOUILLE' den Küchenchef Gustave ein Imperium der Kochkunst erschaffen, das unzählige Menschen beseelt und den Protagonisten des Films – den jungen Koch Linguini – dazu inspiriert, unbedingt ebenfalls ein großer Sternekoch werden zu wollen.

 

Sei dein eigener Guru.

 

Als hilfreichen Nebeneffekt kannst du dir zunutze machen, dass du mit deinem Manifest dein größtes Vorbild stets zur Hand hast: DU BIST ES SELBST! Was gehört nun alles in dein persönliches Manifest und wie schreibst du es?

 

1. ERLAUBE DIR, ETWAS GROSSES ZU GESTALTEN

Ziehe dich an einen sicheren Ort zurück und trenne jede Verbindung zur Außenwelt. Fasse den Beschluss, DIE BESTE VERSION deiner Absichten und Wünsche Gestalt annehmen zu lassen.

 

2. DEIN LEITSTRAHL

Zünde deinen Leitstrahl und lege fest, was die KERNAUSSAGE DEINES MANIFESTES ist. Woher kommst du, wohin führt dein Weg und welche Werte / Prinzipien ebnen ihn? Um im Beispiel des Kochs Gustave zu bleiben – der hätte an dieser Stelle seine Vision von "Jeder kann kochen!" aufgeschrieben.

 

3. BRAINSTORM

Es ist hilfreich, wenn du die Entstehung regelrecht FÜHLEN KANNST. Erstelle eine Art Manifest-Wolke auf einem Bogen Papier – wenn du es plakativ magst, ordne deine Ziele unterschiedlichen Kreisen zu, die sich ausdehnen und überschneiden.

 

4. ORDNE UND BENENNE

Formuliere die Stichworte deiner Kreise nun in ganzen Sätzen. Schön ist es, wenn deine Vision von einer – deiner – Geschichte begleitet wird. Hatte Gustave bereits als Kind eine besondere Nase für die Düfte, die aus den Küchen der umliegenden Häuser kamen und fasste früh den Entschluß, gutes Kochen zu ergründen oder war es ein langer und facettenreicher Weg, der in einem 'Aha!'–Moment gipfelte? Erzähle gerade heraus DEINE GESCHICHTE und nimm dir dabei soviel Zeit und Raum, wie du brauchst.

 

5. BESCHREIBE EINEN WEG

Nachdem du die Herkunft deiner Vision greifbar gemacht hast, ist es an der Zeit, nach vorn zu blicken. Welche Herausforderungen liegen auf dem Weg, um das Ziel zu erreichen? Was will erobert werden und wie schaffst du es, GREIFBARE BEGEISTERUNG zu erzeugen? Der Koch Gustave hätte an dieser Stelle beschrieben, woran man gute Zutaten erkennt und wie man sie findet, welchen Meistern über die Schultern zu schauen sein größter Traum war und welche Schritte die Aussicht auf ein gutes Ergebnis bieten.

 

6. FEINSCHLIFF

Wenn du dein Manifest selber laut vorliest, bekommst du einen anderen Standpunkt dazu. außerdem beginnen die Worte, sich für dich vertraut anzufühlen. Durch das laute Vorlesen werden die verschriftlichten Gedanken – nun in der Form gesprochener Schallwellen – zur erneuten Inspiration. Verfeinere deinen Text, bis sich jedes Detail perfekt rund anfühlt. Du erkennst, dass dein Manifest gelungen ist, wenn du es dir laut vorlesen kannst und an jeder Stelle ein "JA!"-GEFÜHL in dir aufsteigt.

 

7. LEKTORAT

Schlau ist, wer das eigene greifbare Manifest von einer vertrauten Person lesen lässt und den so gewonnenen 'Blick von außen auf die Innenschau' als NEUE IMPULSE einfließen lässt. So ein Manifest ist im Grunde nie wirklich fertig – Änderungen und Erweiterungen sind definitiv erwünscht. Alles darf beweglich und kreativ beeinflussbar bleiben.

 

8. GREIFBAR MACHEN

Es finde es eine nette Idee, das Manifest auszudrucken und EIN BOOKLET daraus zu machen. Nicht allein nur, weil es geht, sondern vor allem, weil es eine schöne Erfahrung ist, etwas so Wertvolles wie die höchsten, eigenen Ziele greifbar in der Hand zu halten. Eine Word-Datei im Ordner 'Dokumente' hat nun mal keine Strahlkraft. 

Ein hochwertig ausgedrucktes Booklet lässt sich gelegentlich zur Hand nehmen – erhält vielleicht einen sichtbaren Platz zwischen geschätzten, persönlichen Dingen oder darf auf dem Nachttisch auf sich aufmerksam machen. Man kann so ein Manifesto auch IM MARKETING einsetzen, richtig drucken lassen und als Magnet-Produkt zur Kundengewinnung einsetzen.

 

Wer versucht, so ein Heftchen selber anzufertigen, weiß eventuell das Programm www.bookletcreator.com zu schätzen, mit dem sich die einzelnen Seiten wie ein Schulheft zusammenlegen lassen.

 

Ein schönes Detail noch, das sich im Wortstamm des 'Manifestes' verbirgt: zu

ma·ni·fes·tie·ren

bedeutet 'sich oder etwas offenbaren', 'zu erkennen geben' oder 'SICHTBAR WERDEN / MACHEN'. Mit dem Schreiben deines Manifestes gewinnen deine Gedanken an Klarheit und werden sichtbar, greifbar – eben: manifest!


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