Kostenlose Bilder BESSER suchen und SCHNELLER finden

Wenn du Bildmaterial für deine Projekte zusammenträgst, bieten sich dir vier Strategien: du kannst gute Bilder für deine Web-Sites, Blogposts, Vorschaubilder, Webinare, Präsentationen und Online-Kurse entweder

1. klauen 
2. selber machen 
3. kaufen 
4. oder geschenkt bekommen.

 

Hinweis: Am Ende dieses Artikels erfährst du, wie du kostenlose Bilder besser suchen schneller finden kannst.


Einleitung: Methoden der Bildbeschaffung

Das mit dem Klau vergessen wir direkt mal wieder, denn das kann richtig teuer werden. Wer fremdes Bildmaterial von irgendwoher nimmt und benutzt, kann beim Auffliegen des Schwindels tief in die Tasche greifen. Das einzige Schlupfloch wäre da noch, wenn du Bildmaterial künstlerisch verfremdest, intensiv bearbeitest und in einen neuen Sinnzusammenhang bringst. Der Grat ist allerdings so schmal, dass du das besser sofort wieder vergisst.

Bilder zu verwenden, zu denen dir keine schriftliche Genehmigung vorliegt, verletzt das geistige Eigentum der Urheberschaft und dieses ist insbesondere in Deutschland und ganz im Speziellen bei Fotografien ein unantastbares Gut. 

Nirgendwo sonst auf dieser Welt ist mit dem Druck auf den Auslöser unmittelbar die Zuweisung der Urheberschaft am erzeugten Lichtbild verbunden, von daher bist du in jedem Fall schonmal in einer guten Position, wenn du deine Bilder selber fotografierst.
  

Selber fotografieren – die rechtliche Seite

Spätestens, sobald du eine Person auf dem Bild hast, entsteht ein weiterer, nicht vermeidbarer Rechtsanspruch: das Recht am eigenen Bild

Jeder Mensch, der auf einem Foto abgebildet ist, hat das alleinige Recht, über die Verwendung und Veröffentlichung des Werkes zu verfügen. Zu diesem Zwecke fragt man VOR Anfertigung der Aufnahmen, ob man diese machen darf und lässt sich NACH der Aufnahme die Persönlichkeitsrechte auf einen selbst übertragen.


Dieses ist der juristisch einzig richtige Weg: das Modell überträgt seine Persönlichkeitsrechte auf den Fotografen, welcher anschließend einem Dritten (Bildagentur oder Kunde) einen Teil seiner Urheberrechte in Form von Nutzungsrechten (oder 'Lizenzen') einräumen kann. 



Übrigens ist es nicht erlaubt, ohne Gegenleistung auf seine Persönlichkeitsrechte zu verzichten. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass der Übertragung etwas von Wert entgegenzustehen hat. Üblicherweise ist dies eine Geldsumme, aber auch Sachzuwendungen sind erlaubt, zur Not geht die Übersendung der angefertigten Aufnahmen ok. 

Nutzt du eine Aufnahme, auf der eine Person abgebildet ist, deren Gesicht oder Silhouette wiedererkennbar ist, etwa auf deiner Website, kannst du im Falle einer Anzeige nicht nur tief, sondern RICHTIG tief in die Tasche greifen. Bilder zu klauen ist niemals ein Kavaliersdelikt – irgendwie eher eine beliebte Straftatdenn es passiert jeden Tag, gewollt und 'versehentlich'. So etwas kann zehntausende von Euro bereits bei recht kleinen Verstößen kosten. Nutze nur Bilder, bei denen du sicher bist.

Abb. a) Dieser nette Makake liess sein Selfie-Persönlichkeitsrecht vor Gericht von PETA vertreten – und verlor.


Das Ende des Persönlichkeitsrechts 

Wenn du auf dem Oktoberfest auf einem Stuhl steigst und ein Foto von der feiernden Menschenmenge machst, darfst du dieses Foto auf jede erdenkliche Weise nutzen, sofern niemand auf dem Bild einzigartig hervortritt und 'das Bild sprengt'.

Wenn auf dem Bild der Feiernden jedoch eine Person gerade auffällig in die Luft springt und man diese wiedererkennen kann, müsstest du von dieser Person erst deren Einverständnis einholen.

Faustregel bei der Verwendung von Gruppenaufnahmen aus dem öffentlichen Leben: sobald das Bild keine aus dem Bildzusammenhang hervortretende Person aufweist und mindestens fünf Leute auf dem Bild sind, weicht das isolierbare Persönlichkeitsrecht auf.

ABER: das ist nur eine unter Fotografen grassierende Faustregel – wenn eine der fünf Personen einen Richter findet, der anderer Meinung ist, wirst du dir wünschen, du hättest auf meinen Rat gehört: versuch's besser erst gar nicht!



Personen des öffentlichen Lebens

Wenn dir John Travolta über den Weg läuft, darfst du den fotografieren und sein Bild an die Tageszeitung verkaufen, der ist nämlich eine Person von öffentlichem Interesse und kann dir nicht verbieten, seine Bilder zumindest redaktionell, also in öffentlichen Publikationen zu verwenden. Das ist das Geschäftsmodell der berüchtigten Paparazzi.

Solltest du ihn jedoch zur Galionsfigur für eine Werbekampagne zum Einsatz bringen, ist das natürlich nicht erlaubt und du bekommst Post von Herrn Travoltas Anwälten. Auch das wird teuer.


Abb. b) ein in mehrfacher Hinsicht fragwürdiges Foto von unsplash.com – darf ich das?

 
Nicht nur die Anfertigung von Personenaufnahmen kann dich in Teufels Küche bringen, auch Aufnahmen von Tieren, Gebäuden, Räumen, Orten, Gegenständen, Gemälden, Logos und Schriftzügen von Marken handeln dir im Zweifel eine Menge Anger ein, sofern jemandes Schutzrechte daran hängen.

So darfst du beispielsweise ein Bild vom Eiffelturm auf eine Postkarte drucken – nicht jedoch, wenn es bei Nacht fotografiert wurde, denn die Beleuchtung des Eiffelturms ist urheberrechtlich geschützt.


Du darfst dank der sogenannten Panoramafreiheit (zumindest in Deutschland) jedes Gebäude vom Bürgersteig aus fotografieren, aber sobald du einen Schritt in den Vorgarten machst, ist Fotografieren verboten.


Wenn dir die Eltern das schriftliche Einverständnis erteilt haben, ihre Kinder zu fotografieren, kannst du damit arbeiten – sobald eines der Kinder jedoch einen Micky Maus-Pulli trägt, musst du erst auch noch bei Walt Disney nachfragen.


Solchen Gefahren beim Anfertigen eigener Fotografien kannst du natürlich aus dem Weg gehen, indem du Aufnahmen besorgst, deren Urheber dir zusichern, dass deren Einsatz einwandfrei ist und alle Rechte Dritter freigegeben wurden.



Bilder kaufen

Hier kommen Bilddatenbanken ins Spiel. Du findest sie hier unter dem Oberbegriff Stock Foto Agentur in jeder gewünschten Preisklasse: vom National Geographic Niveau bis hin zur All-you-can-print Flatrate der großen Datenbanken wie iStock, Adobe und Getty.
 

Bei denen kannst du in umfangreichen Archiven stöbern und kommst Vorschaubilder mit einem Wasserzeichen darauf angezeigt. Je nach deren Geschäftsmodell kaufst du dann die Lizenz in deiner gewünschten Größe, Reichweite und Nutzungsart ein und das Wasserzeichen wird entfernt. Da kostet dich ein Bild irgendwo zwischen einigen Cent und ein paar 1000 Euro.

Die Bilddatenbanken haben sich jedoch in der Blütezeit der Stockfotografie von 2000 bis 2010 einen üblen Ruf erwirtschaftet, da Sie die Honorare der Fotografen in den Keller getrieben und gleichzeitig die Auflagen für neu eingereichte Fotografien brutal hoch angesetzt haben.

 


Kostenlose Bilddatenbanken

Auf Wikipedia und an einigen anderen Stellen kann man aber auch kostenlose Bilder herunterladen und für viele Zwecke nutzen – zum Teil sogar für werbliche Zwecke.

An der Stelle fällt mir aber der gute alte Spruch ein: "Koscht nix – isch nix!" – denn die kostenlosen Bilder sind zumeist aus einem bestimmten Grund kostenlos: sie taugen nichts, haben zumeist keinen erkennbaren Anspruch, die Gestaltungshöhe verfehlt und sind einfach nur eine Schande für jeden, der weiß, wie man sich die Schuhe zubindet.

Wer unerschrocken ist, kann bei Wikipediafreeimages oder pixabay unter Zuhilfenahme geeigneter Stimmungsaufheller seine Freude haben. Es gibt immer mal ein Highlight dabei, doch das Gros dieser Bilder ist einfach nicht tageslichttauglich.

Insbesondere Wikipedia darf man jedoch zugutehalten, dass man mit der CC / creative commons Lizenz und der Nennung der Urheber im eigenen Impressum wirklich sicher arbeiten kann.



Gute Bilder geschenkt bekommen

Doch es gibt Fotografen, die machen mehr gute Bilder, als sie selber brauchen – und um 2013 entstanden praktisch zeitgleich deathtothestockphoto, das sich mit der Zeit zu bezahlten Mitgliedschaften entwickelte, und Unsplash. Letzteres angeblich, als in der Redaktion des US-amerikanischen Start-ups 'Crew' 10 Bilder ungenutzt liegenblieben – was die netten Leute der Legende nach schade fanden und diese 10 Bilder kostenlos zum Download ins Internet gestellt haben. 


unsplash.com


Die Resonanz war so groß, dass die Bilddatenbank unsplash.com vier Jahre später auf viele tausend Fotografien angewachsen war. Unsplash ist eine kostenlose Bilddatenbank, die jedoch anderen kostenlosen Bilddatenbanken zwei Eigenschaften 'voraus' hat.

ERSTENS erklären die einsendenden Fotografen, dass die Bilder frei von Rechten Dritter sind. Dadurch, dass die mit ihren Namen präsent sind, stehen sie für diese Aussage in der Verantwortung.
Problem: es mögen vereizelte Fake-Fotografen darunter sein.

ZWEITENS ist unsplash.com die einzige kuratierte, kostenlose Bildersammlung dieser Größenordnung. Kuratiert bedeutet, dass dort eine Redaktion (zu Anfang waren es die Gründer) jedes einzelne, eingereichte Bild ansieht und überprüft, ob es für die Sammlung geeignet ist.
Problem: Viele Bilder sind Insta-gefiltert und so für viele Zwecke unbrauchbar.
Da die Kuratoren ihre Auswahl nicht nur aufgrund technischer Bewertungskriterien treffen, sondern ihren eigenen Bildgeschmack einfließen lassen, entsteht eine Sammlung, die eine gemeinsame 'Grundfarbe' aufweist.


Seit 2013 ist der Bestand bei Unsplash jedoch derart angewachsen, dass du bei der Suche nach einem bestimmten Bild auf der Website von Unsplash nur einen Teil in der Suche des Archivs angeboten bekommst. 

Außerdem laden die Bilder immer nur reihenweise nach, sodass die Suche nach dem richtigen Bild auf Unsplash lang und länger werden kann. Ich dachte bei mir, wie schön es wäre, wenn die Suchmaschine die Bilder nicht zeilenweise laden würde und ich mehr Suchbegriffe zur Eingrenzung ausfiltern könnte.

 

Auf diese Weise hätte ich dann auch den Zugriff auf die vom Unsplash-Suchroboter übersprungenen Bilder, weil ich auf das gesamte Inhaltsverzeichnis zugreifen würde. Wie müsste wohl so ein Suchfenster aussehen?

 

Die Antwort ist: Google.


Google bildet die gesamte Bilddatenbank von Unsplash ab, lädt viel mehr Spalten auf einmal und lässt gefilterte Suchen nach Farben und Stilen zu. Den Unterschied machen Googles Suchparameter, von denen wir hierfür nur einen einzigen benötigen:

site:unsplash.com [Suchbegriff]


Dieses ins Suchfenster bei Googles Bildersuche eingetragen, ermöglicht dir die gefilterte Suche in der der vollständigen Datenbank von Unsplash.

 

 

Du suchst etwa nach site:unsplash.com ballon und erhältst eine bunte Vielfalt an Treffern. Über die angebotenen 'Suchfilter' kannst du nun die auf dem gewünschten Bild vorzuherrschende Farbe angeben und/oder weitere Suchbegriffe hinter 'ballon' eintragen, wie etwa 'weiß' oder 'minimal' oder 'wedding' oder oder.


Zusätzlich versucht Google deiner Suchverfeinerung vorzugreifen und bietet dir am oberen Bildrand weitere, mit Vorschauen bebilderte Detailsuchen an.


Ein Wort zur Vorsicht: je weiter deine Suche verfeinert ist, um so wildere Ergebnisse werden dir angezeigt – teils führen die Bilder nicht einmal mehr zu Unsplash, sondern zu Seiten, die Bilder von Unsplash nutzen und eine Quellenangabe angebracht haben.


Tipp: nutze ausschließlich solche Bilder, die du am Tag deiner Suche auf der Website von Unsplash herunterladen kannst. Keine Kompromisse! Bei einer derart großen Sammlung muss es zwangsläufig mal zu Reibungspunkten zwischen Unsplash, Urhebern und Rechteinhabern kommen. Also bitte nur 'frische' Bilder einsetzen. 


Und noch ein Tipp zu deiner Sicherheit: auch, wenn Unsplash von seinen Fotografen und Fotografinnen verlangt, dass sie die Freigabe der Persönlichkeits-, Property- und Eigentumsrechte geklärt haben, solltest Du zu jedem von dir kommerziell/werblich genutzten Unsplash-Bild eine extra Kontrollrunde investieren:

 • Passen bei einer Google Bildersuche (Google > Bilder > Bild hochladen) die Angaben zum Urheber? Ist das Profil schlüssig? Wenn etwas faul scheint, Finger weg.

• Sind auf dem Bild wiedererkennbare Markenartikel wie etwa Uhren, Getränkemarken, Autos oder Gitarren auszumachen? Da gibt es kein Pardon: Finger weg.

• Befinden sich Kunstwerke, Illustrationen oder Comicfiguren auf T-Shirts oder Marken-Schriftzüge auf Fassaden? Finger weg!  


Den Einsatz von Bildern aus kostenlosen Quellen kategorisch auszuschließen ist natürlich der sicherste Weg, keinen Fehler zu machen, dennoch lasse ich mich nach einer kurzen Recherche gern und immer wieder darauf ein. Jeder muss das für dich selbst entscheiden.

Meine Vorgehensweise ist, dass ich Bilder von Unsplash nach Augenmaß auswähle und auch stets einen Blick auf die einreichende Urheberschaft, also das Profil des Fotografen / der Fotografin werfe. Und irgendwie habe ich manchmal Lust, auch mal eine schöne Serie aus meinem eigenen Archiv einzureichen, bevor sie technisch und vom Stil her aus der Mode kommt. 

Gib' alles!

Die in diesem Beitrag laienhaft ausgelegten Ausführungen entstammen dem Ermessen und Verständnis des nicht-juristischen Autors, der zwar ein versierter Werbefotograf mit bald 30 Jahren Berufserfahrung ist, aber von Jura im Grunde genommen keinen blassen Schimmer hat, sich auch hiermit sogleich wieder von jeder Haftung freispricht und erklärt, dass keiner der Hinweise zur Nachahmung empfohlen wird, denn sowas gehört in die Hände ausgebuffter Medienrechtler.  
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